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AMSEL2 zieht Bilanz: Multi-Lizenzmanagement und Depseudonymisierung für ein nachhaltiges und vernetztes Bildungsökosystem

Unsere Fragen beantwortete Projektleiter Gerald Weith.

Nach intensiver Forschungs- und Entwicklungsarbeit haben die Förderprojekte ihre Ziele erreicht und spannende Ergebnisse hervorgebracht. In dieser Interviewreihe werfen wir einen Blick auf die Erfahrungen der Projektteams: Wir sprechen über spannende Herausforderungen, Erfolge und wichtige Erkenntnisse.

Das Projektteam von AMSEL2 hat Standardschnittstellen für Identitätsanbieter (IdPs), Lernmanagementsysteme und Lernanwendungen entwickelt. Diese betreffen das Lizenzmanagement, die Verwaltung von Nutzerklassen sowie die Pseudonymisierung und Depseudonymisierung von Nutzenden. Ziel ist es, ein vernetztes und nachhaltiges Bildungsökosystem zu fördern. Dazu wurden Standardkomponenten oder Schnittstellenbeschreibungen zur freien Verwendung als Open-Source-Projekte veröffentlicht.

AMSEL2 ist seit Dezember 2024 erfolgreich abgeschlossen. Was sind Ihre wichtigsten Projektergebnisse?

Gerald Weith: Im Projekt haben wir einen Service entwickelt, der verschiedene Identity Provider (IdP), also Systeme, über die sich Nutzende bei digitalen Anwendungen anmelden, verwalten kann. Dieser Multi-IdP-Lizenzmanagement-Services – wir nennen ihn OPAL, was für Open Adaptive Licensing steht – ist inzwischen auch kostenlos, offen und frei nutzbar (Open Source).

Wir haben außerdem ein Verfahren entwickelt und erprobt, welches wir clientseitige Depseudonymisierung (D16N) nennen. Ziel war es, dass Lernapplikationen selbst keine Klarnamen verarbeiten, sondern diese auf den Endgeräten der Nutzenden direkt verarbeitet werden, ohne dabei die User Experience zu beeinträchtigen.

Was waren Ihre größten Erfolge und gab es unerwartete Hürden?

Gerald Weith: Super ist, dass OPAL inzwischen für diverse IdP-Anbindungen wie VIDIS, iServ und mehrere Landesportal-Integrationen genutzt wird. Außerdem ist D16N mit der Schul-Plattform iServ ausgerollt und andere Integrationspartner prüfen, diese auch zu integrieren.

Wie profitieren Nutzende von Ihrer Forschung bzw. Ihren Produkten?

Gerald Weith: Mit D16N ist es aus unserer Sicht möglich, Lernapplikationen datenschutzkonform zu nutzen, ohne dass dabei die User Experience leidet.

Welche Potenziale sehen Sie für Ihr Projekt über den aktuellen Anwendungsbereich hinaus?

Gerald Weith: Wir sprechen sowohl bei OPAL als auch bei der Depseudonymisierung mit dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) über einen Einsatz und die Weiterentwicklung unserer Open-Source-Ansätze.

Die Depseudonymisierung speziell wurde bereits auf der iServ Schulplattform implementiert und auch die ersten Schulen testen die Lösung derzeit.

Außerdem liegt die Depseudonymisierung auf der Roadmap der Identitätsanbieter (IDPs) mehrerer Länder und auch VIDIS, ein Single Sign-On-Angebot für Bildungsinstitutionen, plant die Implementierung.

Wie geht es für Ihr Produkt weiter?

Gerald Weith: Wir entwickeln derzeit beide Module weiter und sind außerdem offen für eine Kollaboration am Markt, um diese Projekte auch mit weiteren Partnern voranzubringen.